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Aloha Freibad Foto: Sebastian Hahn
Aloha Freibad

18. Juli 2020: Vernünftig und sicher wirtschaften im Aloha

Die SPD-Ratsfraktion ist irritiert angesichts des Eil-Antrags der CDU-Ratsfraktion zur Wiedereröffnung des Aloha nach der Lockerung der Corona-Regeln. Es beginnt damit, dass der Antrag pünktlich zum ersten Ferientag kommt und die Ratsmitglieder zur Behandlung des Antrags aus dem Urlaub zurückgeholt werden müssen. Dabei wusste die CDU, wie sie selbst schreibt, bereits seit April von den in Aussicht gestellten Lockerungen, hat es aber drei Monate lang versäumt, nachzufragen, ob und wie eine Umsetzung im Aloha geplant ist.

Inhaltlich irritieren die Vorschläge der CDU dadurch, dass sie nur unzufriedene Gäste sowie Energie- und Geldverschwendung produzieren und in der Kürze der Zeit überhaupt nicht umsetzbar sind:

So soll die Öffnung noch in den Sommerferien erfolgen. Aktuell ist das gesamte Bad aber außer Betrieb und das Personal ist Corona-bedingt in Kurzarbeit. Nach Monaten des Stillstands müsste eine Grundreinigung erfolgen, das Personal reaktiviert, die Becken mit Wasser befüllt, das Wasser aufgeheizt, die Wasseraufbereitung und die restliche Badtechnik angefahren und ein umfangreiches Hygienekonzept mit Einbahnregelungen, etc. aufgestellt und umgesetzt werden. Selbst wenn alles völlig reibungslos verliefe – was bei einer Jahrzehnte alten Badtechnik eher unwahrscheinlich ist – ist das in sechs Wochen Sommerferien nicht zu stemmen.

Wenn dann doch der unwahrscheinliche Fall eintreten würde, dass das Bad vielleicht ein oder zwei Wochen vor Ende der Ferien betriebsbereit ist, dürften aufgrund der bestehenden Abstandsregelungen nur max. 85 Gäste ins Aloha inkl. Sauna eingelassen werden. Ist das Bad voll, müssten die wartenden Gäste draußen vor der Tür Schlange stehen. Drinnen müssten Sie auch im Wasser 1,50m Mindestabstand halten und das Personal hätte die unangenehme Aufgabe, „Corona- Polizei“ zu spielen und Gruppen spielender Kinder und Jugendlicher zu trennen, wenn der persönlich haftende Geschäftsführer keine rechtlichen Konsequenzen riskieren will. Dass dabei jegliche Badefreuden im Keim erstickt werden, versteht sich von selbst.

Hinzu kommen die immensen Energiemengen, die es braucht, ein Bad, das für viele hundert Besucher ausgelegt ist, für 85 Gäste komplett zu heizen und zu belüften. Wir könnten also nicht nur die Gäste nicht zufriedenstellen, sondern würden dafür auch noch Unmengen an Energie verpulvern. Neben den Energiekosten fallen natürlich noch erhöhte Personalkosten und Kosten in unbekannter Höhe für eventuelle kurzfristige Instandsetzungsmaßnahmen an.

„Wir haben es hier nicht wie im letzten Jahr mit der Frage der Durchführung einer normalen Freibadsaison mit dem normalen Defizit zu tun, sondern erzeugen ein höheres Defizit für einen Bruchteil der Gäste, denen in vielerlei Hinsicht auch noch der Spaß am Baden versagt werden muss.“, resümiert Jörg Hüddersen, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat. Das allein entbehrt jeder Sinnhaftigkeit, vor allem wenn man bedenkt, dass die WIBO gerade ihr Geld zusammenhält, um mit dem Neubau der Schwimmhalle gleich noch eine neue Rutsche und ein Bistro zu realisieren. „Aus diesem Grund haben wir auch den Kurs des Bürgermeisters begrüßt, ein umfangreiches Ferienpassprogramm - auch mit Angeboten der WIBO - aufzustellen und die Gebühr für den Ferienpass aufgrund des fehlenden Schwimmbades von drei auf einen Euro zu senken. Aber auch dieses Indiz für eine Nicht-Öffnung hat in der CDU-Ratsfraktion offenbar niemand wahrgenommen, als es in den Gremien diskutiert wurde.“, so der SPD-Fraktionschef abschließend.

Die SPD-Ratsfraktion sieht sich weiterhin einer vernünftigen und sicheren Bewirtschaftung des Aloha verpflichtet und sieht in der aktuellen Umbausituation keinen Spielraum für schlecht durchdachte und teure Experimente. Daher werden wir die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie im Hinblick auf eine Wiedereröffnung des Aloha aufmerksam verfolgen und bilden in der Zwischenzeit lieber Rücklagen, um die im Bau befindliche neue Schwimmhalle besser auszustatten.

Den darüber hinaus geäußerten Vorwurf der mangelnden Transparenz an die Adresse der Verwaltung und insbesondere des Bürgermeisters kann die SPD-Ratsfraktion überhaupt nicht nachvollziehen. Die erforderlichen Informationen wurden in den zuständigen Gremien gegeben und es ist auch eine Aufgabe der Politik, sich anbahnende Entwicklungen wahrzunehmen und zu bewerten. Hier erst im letzten Moment und nach Monaten der Untätigkeit zu reagieren und dann den Schuldigen woanders zu suchen ist aus Sicht der SPD-Ratsfraktion keine gute Grundlage für eine sachorientierte Zusammenarbeit im Rat.

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