Großer Festakt zum Jubiläum - SPD Osterode feiert 150. Geburtstag

 
Foto: Sebastian Hahn

Sigmar Gabriel und Alexander Saade

 

Der SPD-Ortsverein Osterode am Harz hat mit einem Festakt sein 150. Jubiläum gefeiert. Mit Gästen aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, sowie aus dem französischen Armentières, erinnerten sich die Genossinnen und Genossen aus der Sösestadt an die vielen Erfolge der Partei - aber auch an dunkle Zeiten. Der ehemalige Ministerpräsident, Vizekanzler, Bundesaußenminister und Parteichef Sigmar Gabriel hat die Festrede gehalten. Die "Junge Harzer Blasmusik" sorgte für musikalische Untermalung.

 
 
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Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann

Der Vorsitzende des Ortsvereins, Alexander Saade, nutzte seine Begrüßungsrede für einen ersten Rückblick in die 150-jährige Historie der Partei vor Ort: "Mit der Gründungsveranstaltung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in der Ratswaage begann am 5. April 1868 der solidarische Einsatz der Sozialdemokraten für die Menschen unserer Stadt. 150 Jahre über Verbote, Verfolgungen und Diktaturen hinweg für Freiheit, Gleichheit und Solidarität". Doch auch einen Blick in die Zukunft wagte der Vorsitzende. So hob er die gute Einbindung der Jusos in die Arbeit des Ortsvereins hervor. "Wir sind dankbar und stolz auf unsere politischen Vorfahren und fühlen uns verpflichtet, ihre Ideale auch in die Zukunft zu tragen", resümierte Saade am Ende seiner Begrüßungsrede. 

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags und Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Göttingen, Thomas Oppermann, wagte ebenfalls einen Blick in die Geschichte und unterstrich den Mut und den Einsatz derer, die in schwierigen historischen Zeiten für die Ideale der Sozialdemokratie gekämpft haben. Dabei war Thomas Oppermann voll des Lobes für die Genossinnen und Genossen aus Osterode: "Wir sollten mehr von dem wagen und machen, was die SPD in Osterode am Harz macht. Wenn wir überall so gut aufgestellt wären, wie in Osterode, im Landkreis Göttingen und im Harz, dann würde die SPD heute deutlich besser dastehen", schloss Oppermann sein Grußwort ab. Der Landtagsabgeordnete aus Goslar und neue Generalsekretär der SPD Niedersachsen, Alexander Saipa, übermittelte die Grüße der Landespartei. Er bedankte sich ausdrücklich für den Einsatz der SPD Osterode für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität: "Kämpft weiter mit dem Harz am richtigen Fleck - also etwas links von der Mitte". Landrat Bernhard Reuter sprach ebenfalls zu den Gästen: "Die SPD in Osterode hat nie vergessen, dass sie nicht um ihrere selbst da ist, sondern für die Menschen der Stadt", lobte er die Genossinnen und Genossen der Sösestadt. "Ihr könnt nicht nur mit großem Selbstbewusstsein auf eure stolze Geschichte zurückblicken, sondern auch mit großem Selbstbewusstsein in die Zukunft schauen". Als "Hausherr" hielt Bürgermeister Klaus Becker ebenfalls ein Grußwort. Er erklärte, dass es für ihn vor 15 Jahren die richtige Entscheidung gewesen sein, als Bürgermeisterkandidat für die SPD in seiner Heimatstadt Osterode anzutreten: "Gemeinsam haben wir vieles für die Stadt erreicht", stellte Becker in seiner Ansprache fest.

 
 
Foto: Sebastian Hahn

Der Festredner Sigmar Gabriel

Die eindrucksvolle Festrede wurde von Sigmar Gabriel gehalten, der aufgrund seiner Harzer Herkunft auch viele Erinnerungen an Osterode hat. In seiner Rede ging Gabriel auf die 150-jährige Geschichte der SPD in Deutschland ein: "Die SPD steht für sowas wie die 'gute Seite' der deutschen Geschichte. Sie strebte nach Freiheit, als andere die Freiheit ersticken wollten", stellte Gabriel fest. "Sie trat für gleiche Menschen- und Bürgerrechte ein, als andere die unterschiedliche Wertigkeit von Menschen zum Programm erhoben. Sie verteidigte die Demokratie, als andere Diktaturen errichteten - oder ihre Errichtung zuließen". Auch hob Gabriel die Bedeutung der sozialdemokratischen Bewegung für demokratische und gesellschaftliche Rechte, für die Menschenrechte, aber auch für die kulturelle Teilhabe der zur Anfangszeit ausgegrenzten Arbeiterschaft hervor. Auch die heutigen politischen Herausforderungen wurden von Gabriel angesprochen. So warnte er vor neuer Aufrüstung in Europa und auf der Welt. "Die SPD muss die Stimme des Friedens sein, wir müssen wieder für Abrüstung sorgen, auch wenn es momentan aussichtlos erscheint", stellte der ehemalige Außenminister und Vizekanzler fest. Mit Worten vom Gewerkschafter und Sozialdemokraten Karl Richter beendete Gabriel seine Festrede: "Du musst das leben wie es ist, aber du darfst es nicht so lassen".

Eine Überraschung hatte der ehemalige Parteichef noch parat. Nach Abschluss seiner Rede ehrte Gabriel die Osteroder Sozialdemokratin Gertrud Steschulat für 65-jährige Parteimitgliedschaft. Aus eigener persönlicher Erfahrung lobte er die großartige und wichtige Arbeit von Gertrud für die Sozialdemokratische Partei.

 
4 Ehrung StachulatFoto: Sebastian Hahn

Kathrin Schrader, Alexander Saade und Gertrud Steschulat

 
Foto: Sebastian Hahn

Hughes Queste und Dolmetscherin Catherine Thiem

Besonders stolz ist die SPD Osterode auf ihre enge Freundschaft zu den Genossinnen und Genossen aus der französischen Partnerstadt Armentières. Die Partnerschaft wird durch regelmäßige gegenseitige Besuche gepflegt. Mit einer jungen Delegation nahmen drei französische Freunde die lange Reise nach Osterode auf sich, um an der Jubiläumsfeier der SPD Osterode teilnehmen zu können. Besonders freuten sich die Osteroder Sozialdemokraten darüber, dass der Vorsitzende der Parti Socialiste Armentières, Hughes Queste, in einem Grußwort die Glückwünsche der französischen Freundinnen und Freunde übermittelte. Er unterstrich in seiner Rede die Bedeutung der gemeinsamen Arbeit für Solidarität und Freiheit, vor allem aber für den Frieden in Europa. Der französische Genosse beendete seine Ansprache auf Deutsch: "Es lebe die SPD Osterode, es lebe Deutschland, es lebe Europa, es lebe der Frieden!"

Ein weiteres Grußwort hielt im Anschluss der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne. Er bedankte sich für die Einladung, die ein Ausdruck dafür ist, dass demokratische Parteien trotz unterschiedlicher Auffassungen das gleiche Ziel verfolgen, nämlich das Leben der Menschen zu verbessern und für die Bürgerinnen und Bürger eine bessere Zukunft zu erreichen. In diesem Sinne dankte er der SPD Osterode für ihre Arbeit für Stadt und Region.

 
 
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Thomas Oppermann und Wolfgang Dernedde

Zum Abschluss der Veranstaltung folgte eine weitere Überraschung. Thomas Oppermann bat Wolfgang Dernedde auf die Bühne. Der langjährige Ratshern und Bürgermeister der Stadt Osterode am Harz, Wolfgang Dernedde, wurde für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt: "Lieber Wolfgang, du bist eine ganz zentrale Persönlichkeit in der SPD Osterode. Du bist gradlinig, humorvoll, vor allem bist du humorvoll und du kannst auch salomonisch sein, weil du oft mit klugen Ratschlägen Partei und Fraktion bei unterschiedlichen Auffassungen zusammengeführt hast. Es sind Genossinnen und Genossen wie Wolfgang Dernedde, die für die SPD unverzichtbar sind". In einer kurzen Ansprache bedankte sich der geehrte für die Würdigung, insbesondere aber bei seiner Familie für die Unterstützung. 

Bis Mitternacht hatten die Gäste noch Gelegenheit, sich über Partei- und Landesgrenzen hinweg auszutauschen. Es wurde eine Vielzahl an Gesprächen geführt, in denen auf die Geschichte der SPD Osterode zurückgeblickt, aber der Blick auch in die Zukunft gerichtet wurde. Dank der vielen Organisatorinnen und Organisatoren, der Musikerinnen und Musiker, sowie natürlich der Gäste, konnte der SPD Ortsverein Osterode ein würdiges 150-jähriges Jubiläum begehen, das am 3. Juni bei einem großen Sommerfest für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt seine Fortsetzung fand.

 
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